Es gibt Momente im Fernstudium, in denen man nicht mehr weiter weiß. Nicht weil der Stoff grundsätzlich zu schwer wäre. Nicht weil man zu dumm dafür ist. Sondern einfach weil man… irgendwie unmotiviert, erschöpft und leer ist.
Bei mir kommt dieses Gefühl meistens abends, nach einem langen Arbeitstag. Ich setze mich dann an den Schreibtisch, schlag die Lernunterlagen auf und – sitze einfach nur da. Ich lese nicht. Ich lerne nicht. Ich denke nicht. Ich sitze.
Die besten Bücher fürs Fernstudium – und ein paar Podcasts – haben mich in genau diesen Momenten gerettet. Nicht Lerntechniken, nicht Apps. Sondern das richtige Buch zur richtigen Zeit. Manche haben mich zum Nachdenken gebracht. Manche haben mich einfach daran erinnert, warum ich das hier alles überhaupt mache. Und manche haben mir – ganz pragmatisch – gezeigt, wie ich mit weniger Energie mehr erreiche. Hier sind meine ehrlichsten Empfehlungen, in der Hoffnung, dass sie auch dir weiterhelfen werden.
Disclaimer: Links, die mit dem Sternchen (*) in diesem Artikel gekennzeichnet sind, sind Affiliate-Links. Das bedeutet: Wenn du darüber etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Ich empfehle hier nur Dinge, die ich selbst kenne.
Bücher
1. „Atomic Habits“ von James Clear
Ich weiß, ich weiß. Dieses Buch hat mittlerweile fast jeder empfohlen bekommen. Ich hab es lange ignoriert, weil ich dachte: schon wieder ein Selbsthilfebuch über Gewohnheiten, das mir sagt, ich soll morgens früher aufstehen.
Aber dann hatte ich eine Phase, in der ich meinen Lernrhythmus komplett verloren hatte. Drei Wochen nicht wirklich gelernt. Immer wieder verschoben. Und irgendwann hat mir eine Kommilitonin dieses Buch in die Hand gedrückt und gesagt: „Lies das. Nicht alles. Nur das erste Drittel.“
Was mich überzeugt hat: Clear argumentiert nicht mit Willenskraft (die hat jeder, der sich so einem berufsbegleitenden Studium stellt zur Genüge!). Er argumentiert mit Systemen. Die entscheidende Message für mich war sinngemäß: Du wirst nicht auf dein Niveau deiner Ziele steigen, sondern auf das Niveau deiner Systeme fallen.
Für das Fernstudium ist dieses Buch Gold wert. Wenn du schon ein paar Semester dabei bist, gehe ich davon aus, dass du weißt, wie man lernt. Dann ist die Kunst aber dennoch, es zu schaffen, immer wieder anzufangen.
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2. „Deep Work“ von Cal Newport
Dieses Buch hat mein Verhältnis zur Konzentration grundlegend verändert.
Newport unterscheidet zwischen „Deep Work“ – konzentrierte, ablenkungsfreie Arbeit an schwierigen Dingen – und „Shallow Work“ – alles, was wir nebenher erledigen können. E-Mails, WhatsApp, schnelle Aufgaben. Sein Argument: Die Fähigkeit zur tiefen Konzentration wird in unserer Gesellschaft immer seltener und gleichzeitig immer wertvoller.
Ich habe das Buch in einer Phase gelesen, in der ich merkte, dass ich zwar stundenlang „lernte“, aber kaum etwas hängen blieb. Ich war die ganze Zeit mit halbem Gehirn dabei, mit der anderen Hälfte hing ich am Handy oder hörte True Crime Podcasts nebenbei (don’t do it at home). Einfach, weil ich das Gefühl hatte, noch etwas „Bedudelung“ zu brauchen, um mich aufraffen zu können. Newport erklärt, wie man wirklich ins tiefe Arbeiten kommt. Danach hatte ich regelmäßig beim Lernen ein regelrechtes „Flow-Erlebnis“ und damit einhergehend auch wieder viel mehr Motivation.
Für berufsbegleitend Studierende ist Deep Work besonders relevant, weil wir so wenig Zeit haben. Zwei Stunden echte Konzentration bringen mehr als fünf Stunden mit halbem Fokus.
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3. „Ikigai“ von Héctor García und Francesc Miralles
Das hier ist kein Produktivitätsbuch. Es ist eigentlich ein Buch über das Leben auf Okinawa – über Menschen, die sehr alt werden, und darüber, was sie antreibt. Ich habe es in einer Tiefphase gelesen, kurz nachdem ich ernsthaft überlegt hatte, das Studium abzubrechen. Es hat mich irgendwie wieder ruhiger gemacht.
Der Kern: Jeder Mensch hat ein „Ikigai“ – einen Grund aufzustehen. Etwas, das er liebt, das er gut kann, das die Welt braucht, und womit er seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Das Buch hat mich dazu gebracht, mich zu fragen, warum ich eigentlich Psychologie studiere. Die Antwort hat mir dabei geholfen, wieder mehr Sinnhaftigkeit darin zu sehen und weiterzumachen.
Eine zarte, leise, sehr wirkungsvolle Lektüre für alle, die gerade zweifeln.
Podcasts
1. Huberman Lab (Englisch)
Andrew Huberman ist Neurowissenschaftler an der Stanford University und sein Podcast ist das beste kostenlose Bildungsangebot, das ich kenne – zumindest wenn es um die Wissenschaft hinter Lernen, Konzentration, Schlaf und mentaler Gesundheit geht.
Was ich besonders schätze: Er erklärt nicht nur, was funktioniert, sondern auch warum. Das Ganze in einer ungemeinen wissenschaftlichen Tiefe. Und das „warum“ macht für mich persönlich den Unterschied – ich halte Empfehlungen viel eher durch, wenn ich genau verstehe, was dahintersteckt.
Besonders empfehle ich die Folgen zu Dopamin, zu Schlaf und Lernen, und zu Stress. Alle gratis, überall verfügbar wo es Podcasts gibt.
2. „Aha! – Der Wissenschaftspodcast“ (Deutschlandfunk Nova)
Für alle, die lieber auf Deutsch hören: Dieser Podcast beantwortet wissenschaftliche Alltagsfragen in kurzen Folgen. Nichts direkt auf Studium ausgerichtet, aber sehr gut darin, wissenschaftliches Denken verständlich zu machen – was einem im Psychologiestudium durchaus hilft.
Ideal für die U-Bahn oder den Weg zur Arbeit.
3. „Deep Questions“ von Cal Newport (Englisch)
Newport – ja, der mit „Deep Work“ – hat auch einen Podcast. Und er ist genau so strukturiert wie seine Bücher: nüchtern, argumentativ, ohne motivational-spirituellen Weichzeichner.
Er beantwortet Hörerfragen rund um Produktivität, Fokus und das Gestalten eines guten (Arbeits-)Lebens. Manchmal etwas akademisch, aber das schätze ich.
Mein ehrliches Fazit
Nicht jedes dieser Bücher wird jede Person retten. Aber ich glaube, dass eines davon das Richtige für dich ist – je nachdem, was dich gerade ausbremst.
Wenn du dir nicht sicher bist, wo du anfangen sollst: Greif zu „Atomic Habits“, wenn dein Problem der innere Schweinehund ist. Zu „Deep Work“, wenn du lernst, aber nichts hängen bleibt. Und zu „Ikigai“, wenn du gerade grundsätzlich zweifelst, ob das hier alles einen Sinn hat.
Und wenn du gar keine Zeit hast für Bücher: Huberman Lab. Eine Folge auf dem Weg zur Arbeit!
Welches Buch oder welcher Podcast hat dir im Studium geholfen? Schreib es gerne in die Kommentare – ich lese wirklich alles.
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