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Keine Motivation? Kein Problem! Wie du trotz Durststrecken im Studium durchhältst

Wenn du ein berufsbegleitendes Studium angefangen hast, dann bist du sicherlich – zumindest am Anfang – sehr motiviert gewesen. Andernfalls lässt es sich kaum erklären, dass du dazu bereit bist, auf lange Sicht einen großen Teil deiner Freizeit aufzugeben. In der ersten Zeit ist das Studium auch spannend – alles ist aufregend und noch neu. Doch wenn der Alltag Einzug hält, Stress, To-Do-Listen und persönliche Angelegenheiten hinzukommen, ist es nicht immer leicht, die Motivation aufrecht zu halten.

Durststrecken gehören dazu. Wichtig ist, dass du lernst, auch ohne Motivation – zumindest zeitweise – voranzukommen. Im Idealfall wird das Interesse am Studienfach dann immer wieder aufflammen. Und bis das der Fall ist, helfen dir die folgenden Tipps in diesem Blogbeitrag.

Die Macht der Routine

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Wenn du einmal keine Lust oder keine Kraft hast, dann sind Routinen eine Möglichkeit, dennoch etwas gebacken zu bekommen. Das Geniale an Routinen ist, dass sie vollkommen ohne Motivation funktionieren. Du hinterfragst nicht jedes Mal, wenn du eine Routine umsetzt, ob du Lust darauf hast – du tust es einfach. Gute Routinen bewahren dich außerdem in stressigen Zeiten davor, den Kopf zu verlieren. Je länger eine bestimmte Routine Teil deines Alltags ist, umso fester wird sie in dir verankert sein und umso leichter wird es dir fallen, an ihr tatsächlich festzuhalten, komme was wolle.

Wenn du verstehen möchtest, warum manche Menschen ihre Gewohnheiten mühelos beibehalten, während andere immer wieder scheitern, empfehle ich dir unbedingt „Die 1%-Methode“ von James Clear*. Clear zeigt darin, wie selbst eine tägliche Verbesserung von nur 1 % über Zeit zu außergewöhnlichen Ergebnissen führt – und liefert vier konkrete Gesetze der Verhaltensänderung, mit denen du gute Gewohnheiten aufbaust und schlechte dauerhaft ablegst. Eines der besten Bücher, das du lesen kannst, wenn du dein Studium endlich zur verlässlichen Routine machen möchtest.

Übrigens: Wie Gewohnheiten im Gehirn entstehen, zeigt eine Studie der University College London (Lally et al., 2010). Die Forscherin Phillippa Lally fand heraus, dass es im Schnitt 66 Tage dauert, bis ein neues Verhalten automatisch wird – nicht, wie oft behauptet, nur 21. Das ist eine gute Nachricht: Wenn du also mal einen Tag aussetzt, ist deine Gewohnheit noch lange nicht verloren.

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Damit du direkt loslegen kannst, habe ich einen Habit Tracker zum Ausdrucken erstellt.
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Tipps zum Aufbau von Routinen:

  1. Starte klein. Nimm dir ein Pensum vor, von dem du sicher bist, dass du es problemlos in deinen Alltag integrieren kannst. Das könnte beispielsweise eine halbe Stunde sein, in der du dich den Lerninhalten jeden Tag widmest.
  2. Wähle einen festen Zeitpunkt für deine Routine aus. Anstatt dir vorzunehmen, jeden Tag eine halbe Stunde zu lernen, könntest du beispielsweise sagen, dass du dich eine halbe Stunde direkt nach dem Aufstehen den Uni-Inhalten widmest. Auf diese Weise reduzierst du die Gefahr, dass der Tag verstreicht, ohne dass du etwas gemacht hast.
  3. Tracke deinen Erfolg. Wenn du klar vor Augen hast, wie häufig du deine Routine umgesetzt hast, wird dich das motivieren, an deinem Ziel dranzubleiben. So könntest du dir beispielsweise einen Kalender erstellen, auf dem die nächsten 21 Tage eingetragen sind. Immer, wenn du gelernt hast, setzt du ein Kreuz bei dem jeweiligen Tag.
  4. Belohne dich regelmäßig. Nicht immer reicht die intrinsische Motivation aus, um an der Routine dranzubleiben. Dann ist es hilfreich, sich extrinsisch – also zum Beispiel mit einer Belohnung – zu motivieren. So könntest du dir zum Beispiel jedes Mal, wenn du gelernt hast, etwas Kleines gönnen, einen Kaffee oder ein leckeres Getränk zum Beispiel. Für das Erreichen von Etappenzielen wie 10 Tage oder 21 Tage könnte es dann eine größere Belohnung geben.
  5. Bleibe flexibel. Sei nicht zu streng mit dir und deinen Plänen. Bloß weil du einmal deine Routine hast ausfallen lassen, bedeutet das nicht, dass alles keinen Sinn mehr macht. Ein berufsbegleitendes Studium oder ein Fernstudium durchzuziehen ist wie ein Marathon, nicht wie ein Sprint. Bei einem Marathon wird es immer auch Etappen geben, bei denen du dich langsamer bewegst und solche, auf denen du Vollgas gibst. Erlaube dir also, ausgefallene Lerneinheiten auch am nächsten Tag nachzuholen oder hinten dranzuhängen.

Wenn du diese Tipps umsetzt, hast du gute Chancen, 21 Tage durchzuhalten. Hast du dann diesen Meilenstein erreicht, wird es sicherlich einfacher werden. Selbst wenn dann die Motivation einmal fehlt, wirst du ein verlässliches Netz haben, das dich tragen wird.

Disziplin ist wie ein Muskel

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Ein Studium durchzuziehen, erfordert sowohl Motivation als auch Disziplin. Fehlt eines davon, wird es auf Dauer schwer für dich werden. Disziplin ist eine wertvolle Fähigkeit, die dir auch in anderen Lebensbereichen dabei helfen wird, deine Ziele zu erreichen. Da, wo die Motivation aufhört, beginnt die Disziplin. Das Gute dabei ist: Disziplin kannst du lernen und trainieren. Eine bekannte Studie von Roy Baumeister zeigt, dass Selbstkontrolle – ähnlich wie ein Muskel – durch regelmäßige Übung stärker wird (Baumeister et al., Psychological Science, 1998). Deshalb ist es so wertvoll, wenn du es schaffst, diszipliniert an guten Gewohnheiten festzuhalten – egal in welchem Lebensbereich.Hast du erst einmal gelernt, deinen inneren Schweinehund in einem Bereich zu überwinden, wird es dir auch an anderen Stellen leichter fallen.

So trainierst du deinen Disziplin-Muskel – die Checkliste

Disziplin lässt sich in allen Lebensbereichen üben. Jedes Mal, wenn du dich überwindest, wird dein Disziplin-Muskel ein bisschen stärker:

 BereichKonkrete Aktion
SportKörper & GesundheitRegelmäßig trainieren – auch wenn du keine Lust hast
KälteMentale StäkeKalt duschen oder Eisbaden als tägliche Herausforderung
HaushaltAlltagDen Haushalt erledigen, statt alles liegen zu lassen
EssenErnährungGesund kochen, statt beim Lieferservice zu bestellen
SozialesBeziehungenVerabredungen einhalten, statt nach Feierabend zu faulenzen
KarriereBerufAktiv nach neuen Jobs schauen, statt aus Bequemlichkeit zu bleiben
PlanungOrganisationTo-Do-Liste angehen, statt sie vor sich herzuschieben
LernenStudiumTäglich lernen – auch wenn es nur 20 Minuten sind

Du siehst – nicht nur beim Lernen wirst du mit Disziplin erfolgreicher sein. Disziplin hilft dir insgesamt dabei, ein gesünderes, ausgeglicheneres und zufriedeneres Leben zu führen. Wissenschaftlern zufolge ist sie für den Erfolg sogar wichtiger als ein hoher IQ.

Die Motivation immer wieder neu entfachen

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Wenn du merkst, dass du dauerhaft – also über einen Zeitraum mehrerer Wochen oder sogar Monate hinweg – im Studium keine Motivation aufbringen kannst, dann solltest du dich ehrlich fragen, ob das Studium tatsächlich das Richtige für dich ist. Möglicherweise fehlt dir die Motivation, weil du dich insgeheim für dein Studienfach nicht mehr begeistern kannst, weil dir die Karriereaussichten, die du damit hast, nicht gefallen oder weil es schlichtweg zu viel und zu anstrengend geworden ist. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, das Fach zu wechseln oder ein Urlaubssemester einzulegen. Es bringt wenig, mit eiserner Disziplin oder Selbstkontrolle etwas durchzuziehen, an das du eigentlich nicht mehr glaubst.  

Allerdings ist es auch illusorisch, zu erwarten, dass die Motivation einfach „irgendwie da ist“. Vielmehr gilt es, sie bewusst zu fördern und auch im Stress des Alltags immer wieder neu zu finden. Dies kann gelingen, indem du dir bewusst dein „Warum“ vor Augen führst. Was möchtest du mit dem Studium erreichen? Was sind deine langfristigen Ziele und Wünsche? Wie stellst du dir dein Leben vor, nachdem du das Studium erfolgreich abgeschlossen hast? Erkenne den tieferen Sinn hinter deinem Studium, indem du es mit deinen Lebenszielen verknüpfst.

Finde dein WARUM

Falls das Studium selbst dir mühsam und langweilig erscheint, dann kann es dennoch das Richtige für dich sein, wenn die späteren Berufsaussichten, die es dir ermöglicht, die Arbeit wert sind. So ist es sinnvoll, dass du dir bereits zu Beginn des Studiums überlegst, welche Perspektiven es dir eröffnet. Eventuell kann es dir auch helfen, durch ein Praktikum oder einen Nebenjob bereits Praxiserfahrungen zu sammeln, die dir im Idealfall so viel Spaß machen, dass sie dich auch durch härtere Prüfungsphasen tragen.

Und zuletzt: In Gemeinschaft ist alles leichter. Wenn du die Kapazität dafür hast – schau, dass du mit deinen Mitstudierenden in Kontakt kommst. Selbst im Fernstudium an der Fernuniversität Hagen hast du die Möglichkeit, dich über die Regionalzentren mit anderen zu vernetzen. Indem ihr euch gegenseitig unterstützt, euch über den einen oder anderen Prof auslassen könnt oder Lerngruppen bildet, wird es leichter gelingen, die Herausforderungen zu meistern, die das Studium mit sich bringt – und mehr Spaß machen.

Du möchtest regelmäßig neue Impulse für dein Studium? Auf dem Blog teile ich kontinuierlich Artikel zu Motivation, Lernstrategien und dem Alltag im berufsbegleitenden Psychologiestudium. Trag dich gern in meinen Newsletter ein – so verpasst du keinen neuen Beitrag. Und falls du merkst, dass dir das Durchhalten alleine schwerfällt – sei es durch Prokrastination, fehlende Routine oder innere Blockaden – dann ist mein Coaching-Angebot vielleicht genau das Richtige für dich. Gemeinsam finden wir heraus, was dich wirklich antreibt!

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Diese Fragen tauchen im Studienalltag am häufigsten auf.

Frage:  Was tun, wenn ich keine Motivation mehr zum Lernen habe?
Zuerst: Durchatmen – das ist völlig normal. Versuche die Ursache zu finden: Überlastung, falsches Fach oder einfach ein schlechter Tag? Kurzfristig helfen kleine Routinen (nur 20 Minuten lernen) und dein persönliches Warum. Langfristig lohnt es sich, Gewohnheiten aufzubauen, die unabhängig von Motivation funktionieren.
Frage:  Wie lange braucht man, um eine Lernroutine aufzubauen?
Laut einer Studie der University College London dauert es im Schnitt 66 Tage, bis ein neues Verhalten automatisch wird. Die oft genannte 21-Tage-Regel ist ein guter Startpunkt, aber sei nicht enttäuscht, wenn es länger dauert. Wichtig ist die Regelmässigkeit, nicht die Perfektion.
Frage:  Ist Disziplin oder Motivation wichtiger für das Studium?
Beide spielen eine Rolle, aber Disziplin ist die zuverlässigere Kraft. Motivation kommt und geht – Disziplin bleibt. Deshalb ist es so wertvoll, Gewohnheiten zu etablieren, die du auch dann umsetzt, wenn du keine Lust hast.
Frage:  Wie kann ich Motivation im berufsbegleitenden Studium aufrechterhalten?
Halte dir regelmässig dein Warum vor Augen: Was möchtest du nach dem Studium erreichen? Plane ausserdem kleine Belohnungen ein, pflege den Kontakt zu Mitstudierenden und erlaube dir Pausen. Ein berufsbegleitendes Studium ist ein Marathon, kein Sprint.
Frage:  Was kann ich tun, wenn ich das Gefühl habe, es wird alles zu viel?
Dann ist es Zeit fuer eine ehrliche Bestandsaufnahme. Ueberlege, ob ein Urlaubssemester sinnvoll waere, ob du Aufgaben delegieren kannst oder ob du professionelle Unterstützung – etwa Coaching oder psychosoziale Beratung deiner Hochschule – in Anspruch nehmen möchtest.

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