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Fernstudium Psychologie an der Fernuni Hagen: 5 Tipps, um erfolgreich abzuschließen

Es gibt kaum ein Studienfach, das so beliebt ist wie Psychologie. Das ist mir selbst schmerzlich bewusst geworden, als ich damals mit einem doch recht soliden Abi-Schnitt (1.9, um genau zu sein) vor dem Numerus Clausus stand. Da Psychologie noch dazu mein Zweitstudium ist, wurde mir sehr schnell klar: Das wird nichts mit der staatlichen Präsenzuni. Wartesemester? Auch keine Option. Plan B wurde also die Fernuni Hagen. An dieser Stelle habe ich einen ausführlichen Bericht über meine Zeit dort geschrieben, falls du mehr wissen möchtest.

Rückblickend war die Entscheidung für die Fernuni Hagen tatsächlich die beste, die ich hätte treffen können. Für mich war sie die einzige Möglichkeit, ohne NC ins Psychologiestudium zu kommen. Natürlich gibt es aber auch einige negative Seiten eines Studiums an der Fernuni. Wenn du dich online nach Erfahrungsberichten umschaust, dann ploppen auch so einige Horrorstorys auf. Meiner Erfahrung nach stimmen diese Storys zur Hälfte – zur anderen Hälfte sind sie aufgebauscht.

In diesem Artikel erfährst du, was du vorab unbedingt wissen musst – auch in Bezug auf die Psychotherapie-Reform. Außerdem bekommst du fünf Tipps an die Hand, die dir dabei helfen werden, das Studium wirklich durchzuziehen.

Wenn du dein Fernstudium von Anfang an clever angehen möchtest, empfehle ich außerdem den Ratgeber (Affiliate-Link) „How to Fernstudium“ von Markus Jung & Dr. Tim Reichel*. Das Buch bündelt die besten Zeitmanagement-Methoden speziell für das Fernstudium.

Was sind die Grundvoraussetzungen für das Fernstudium Psychologie an der Fernuni Hagen?

Die Fernuni Hagen ist eine der wenigen Möglichkeiten, Psychologie ohne NC zu studieren – und zwar an einer staatlichen Universität. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Ist es aber nicht. Dennoch gibt es bestimmte Voraussetzungen die du erfüllen musst:

Du benötigst eine Hochschulzugangsberechtigung, also das Abitur oder die Fachhochschulreife. Alternativ kannst du dich auch ohne Abitur einschreiben, wenn du eine abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung und anschließend mindestens drei Jahre Berufserfahrung im entsprechenden Berufsfeld nachweisen kannst. In diesem Fall ist ein Probestudium oder eine Zugangsprüfung dein Einstieg.

Vor der Immatrikulation musst du außerdem das Online-Self-Assessment studyNAVI Psychologie absolvieren. Keine Panik: Das ist kein Zulassungstest. Es soll dir helfen einzuschätzen, ob das Studium zu dir passt. Deine Ergebnisse haben keinen Einfluss auf die Zulassung.

Wie ist das Fernstudium Psychologie an der Fernuni Hagen aufgebaut – und was kostet es?

Das Studium ist modular aufgebaut: Es gibt zwei Einführungsmodule, fünf Module zur Grundlagen- und Forschungspraxis sowie vier Anwendungsmodule. Hinzu kommen Versuchspersonenstunden, ein Praktikum und am Ende die Bachelorarbeit. Die genaue Struktur findest du im Studienportal B.Sc. Psychologie der Fernuni Hagen.

Die Theoriemodule bauen teilweise aufeinander auf, können aber in deinem eigenen Tempo, beispielsweise auch als Teilzeitstudium, bearbeitet werden. Über die Lernplattform Moodle bekommst du Zugang zu Vorlesungsvideos, Buchempfehlungen, Quizzes und Pflichtaufgaben. Am Semesterende hast du die Möglichkeit, dich zur Klausur anzumelden – oder auch nicht, wenn du noch nicht bereit bist. Aber Achtung: Es gibt eine sogenannte Modulschranke. Was das bedeutet, erkläre ich dir im nächsten Absatz.

Was die Kosten angeht: Als staatliche Universität des Landes NRW ist die Fernuni Hagen deutlich günstiger als private Fernhochschulen. Du zahlst Einschreibungs- und Rückmeldegebühren sowie modulbezogene Lehrgebühren, die sich nach den ECTS-Punkten richten. Früher kostete das Studium pro Modul 180 Euro. Da sich die Beiträge ändern können, empfehle ich dir, die aktuellen Zahlen direkt auf der Website der Fernuni Hagen zu prüfen.

Ein Thema, das im Studienalltag oft unterschätzt wird: die Modulschranke

An der FernUni Hagen gilt eine sogenannte Modulschranke: Bestimmte weiterführende Module kannst du erst dann belegen, wenn du zuvor definierte Eingangsmodule bestanden hast. Das klingt erstmal logisch – ist aber ein echter Stolperstein, wenn du dein Studium frei und flexibel planen möchtest. Wer zum Beispiel zu lange zögert, eine Klausur in einem Grundlagenmodul abzulegen, blockiert damit unter Umständen den Zugang zu den darauf aufbauenden Anwendungsmodulen. Mein Rat: Schau dir frühzeitig den Studienverlaufsplan an und überlege strategisch, in welcher Reihenfolge du die Module angehst. Nicht der Stoff allein, sondern die Reihenfolge kann darüber entscheiden, ob du dein Studium in deiner Wunschzeit abschließt – oder ob du unfreiwillig auf der Stelle trittst.

Versuchspersonenstunden: Frühzeitig kümmern lohnt sich

Ein weiterer Pflichtbaustein, den viele Studierende erst spät auf dem Schirm haben: die Versuchspersonenstunden. Im Laufe des Studiums musst du eine bestimmte Anzahl an Stunden als Versuchsperson an psychologischen Studien teilnehmen – das ist Teil des Curriculums und Voraussetzung für den Abschluss. Klingt nach einer Kleinigkeit, kann aber zur echten Hürde werden, wenn du kurz vor der Bachelorarbeit merkst, dass du noch Stunden offen hast und gerade keine passenden Studien verfügbar sind. Mein Tipp: Verteile die Stunden möglichst so auf deine Semester, dass du kontinuierlich am Ball bleibst und nicht alles zum Schluss machen musst. An sich ist es entspannt (und auch ganz spannend), an psychologischen Studien teilzunehmen – aber es kostet eben auch viel Zeit.

⚠️ Was bedeutet die Psychotherapie-Reform für mein Studium an der Fernuni Hagen?

Das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird – und die ich deshalb hier sehr klar beantworten möchte, weil ich mitbekomme, wie viele Menschen die Fernuni Hagen mit einem Ziel einschlagen, das dort nicht erreichbar ist.

Das Wichtigste zuerst: Mit dem B.Sc. Psychologie der Fernuni Hagen kannst du keine Approbation als Psychotherapeut*in erlangen.

Seit dem 01. September 2020 ist die Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) in Kraft. Sie verändert den Ausbildungsweg grundlegend: Wer approbierte/r Psychotherapeut*in werden möchte, braucht seitdem ein sogenanntes polyvalentes Bachelorstudium Psychologie – eines, das klinische Module enthält. Im Anschluss folgt ein Masterstudium mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie eine mehrjährige Weiterbildung.

Der B.Sc. Psychologie der Fernuni Hagen enthält kein klinisches Modul – weder im Bachelor noch im Master. Die Fernuni ist sozialpsychologisch ausgerichtet, das Studium beinhaltet viel Methodenlehre und es gibt kein Lehrgebiet für Klinische Psychologie. Das bedeutet konkret:

  • Du kannst nach dem Abschluss an der Fernuni keinen Master mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie anschließen (der für die Approbation notwendig wäre).
  • Die Fernuni plant auch für die Zukunft keinen entsprechenden Master und rät selbst davon ab, mit dem Berufsziel Psychotherapeut*in dort zu studieren.
  • Es gibt Übergangsregelungen nur für Personen, die das Studium bereits vor dem 01.09.2020 begonnen haben.

Derzeit arbeitet die Fernuni an einer Umstellung hin zum sogenannten Polyvalenten B.Sc. Psychologie – es laufen Diskussionen im Senat über die Ergänzung klinischer Inhalte. Verbindliche Aussagen dazu gibt es jedoch noch nicht.

Was bleibt? Es gibt durchaus andere Wege, als Therapeut*in oder Coach in eigener Praxis tätig zu werden – zum Beispiel als Heilpraktiker*in für Psychotherapie. Weitere Infos zu Berufsperspektiven findest du auch beim BDP (Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen).

Wenn dir die Frage nach der Approbation also relevant ist: Bitte informiere dich vor der Einschreibung gründlich. Ich sage das nicht, um abzuschrecken – sondern weil ich mir wünsche, dass du eine Entscheidung triffst, die wirklich zu deinen Zielen passt.

Wie schaffe ich das Fernstudium Psychologie an der Fernuni Hagen erfolgreich?

Auch wenn das Studium seinen Ruf als „Horrostudium“ trägt – ich habe es nie so empfunden. Anspruchsvoll, ja. Manchmal frustrierend, definitiv. Aber schaffbar. Hier sind fünf Dinge, die für mich den Unterschied gemacht haben.

Tipp #1: Wann sollte ich mich zur Klausur anmelden – und wann lieber nicht?

Die Bestehensgrenze liegt bei 75 Prozent – das ist deutlich höher als an den meisten Präsenzunis (50 Prozent). Wer denkt, er kann mal eben reinschneien und durchschlüpfen, wird enttäuscht.

Das Gute: Du musst dich nicht anmelden, wenn du nicht bereit bist. Das Modul läuft nicht weg. Du kannst es über mehrere Semester strecken – ohne negative Konsequenzen, solange du nicht dreimal durchfällst (dann droht die Exmatrikulation). Mein Rat: Lieber die Modulabschlussklausur einmal mehr schieben als unvorbereitet antreten. Das gilt besonders dann, wenn es bereits dein zweiter oder dritter Versuch ist.

Tipp #2: Wie lerne ich am besten mit Altklausuren?

Die Skripte sind umfangreich. Ein einzelnes Modul entspricht 15 Leistungspunkten – das ist viel Stoff, gerade wenn du berufsbegleitend studierst. In den Multiple-Choice-Klausuren wird oft Detailwissen abgefragt, das man beim bloßen Lesen leicht überliest.

Organisiere dir irgendwie Altklausurfragen. Über Moodle-Gruppen, Fachschaftsrat oder die Studierendengruppen kursieren immer wieder Übungsaufgaben. Die Fragen werden nicht 1:1 wiederholt, aber du entwickelst ein Gespür für die Formulierungen und Schwerpunkte. Ansonsten lernst du ins Leere und dafür ist der Stoff meiner Erfahrung nach einfach zu umfangreich.

Tipp #3: Warum sollte ich keine Ein-Personen-Insel sein?

Im Fernstudium bist du formal allein – aber das musst du nicht sein. Es gibt Facebook-Gruppen, WhatsApp-Chats, Moodle-Foren und regionale Lerngruppen. Nutze diese Kanäle.

Nicht nur wegen der Motivation. Ich habe über solche Gruppen wichtige Infos zu Fristen und Terminen bekommen – Dinge, die ich im Alltag schlicht vergessen hätte. In meiner Stadt hat sich sogar eine Lerngruppe gefunden, mit der ich die ersten, schweren Statistik-Wochen durchgestanden habe. Das war kein Nice-to-have, das war überlebenswichtig. Die Kontakte habe ich übrigens bis heute, auch wenn mittlerweile niemand von uns mehr an der Fernuni studiert.

Tipp #4: Lohnen sich die Präsenzveranstaltungen wirklich?

Ja – mehr als ich erwartet hätte. Die Präsenzveranstaltungen an den Regionalzentren sind freiwillig, aber sie bieten echten Mehrwert. Du kannst Fragen stellen und du siehst, dass hinter all den Moodle-Profilen echte Menschen stecken, die ähnliche Herausforderungen haben wie du. Für mich war die Kombination aus Präsenzveranstaltung und Altklausuren der wirksamste Ansatz.

Tipp #5: Wie bleibt man neben dem Fernstudium gesund und leistungsfähig?

Das klingt nach einem Tipp, den man gern überspringt. Bitte nicht! Gerade im Fernstudium, wo du gleichzeitig Beruf, Familie und Lernstoff jonglierst, ist Selbstfürsorge kein Luxus, sondern überlebenswichtig. Ein oder zwei Semester kannst du dich sicherlich überarbeiten, ohne dass es Konsequenzen hat. Auf Dauer drohen aber Studienabbruch, Burnout oder andere ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen.

Was ist für mich wichtig für die Selbstfürsorge? Da wäre auf jeden Fall Bewegung. Joggen hilft mir beim Lernen mehr als jedes Zeitmanagement-Tool. Ein kurzer Spaziergang, Yoga, ein Workout – das Gehirn braucht Pausen, um Gelerntes zu verarbeiten. Und wenn du dir beim Lernen einen guten Snack gönnst: Diese Snacks tun nicht nur deinem Körper, sondern auch deinem Geist gut.

Fazit: Für wen lohnt sich das Fernstudium Psychologie an der Fernuni Hagen?

Die Fernuni Hagen ist eine echte Option für Menschen, die berufsbegleitend studieren möchten, die keinen 1.0er-Schnitt haben, die Flexibilität brauchen, und die einen staatlich anerkannten Abschluss in Psychologie anstreben. Das Studium ist anspruchsvoll, aber machbar – wenn man es ernst nimmt und klug angeht.

Was sie nicht ist: Ein Weg zur Approbation. Das muss jede/r vor der Einschreibung wissen.

Du bist dir noch gar nicht so sicher, wo es beruflich für dich mit der Psychologie hingehen soll? Dann kann ich dir das Buch „Psychologie in Studium und Beruf“ von Mendius und Werther sehr empfehlen (ebenfalls ein Affiliate-Link). Möglicherweise gibt es auch Berufsfelder, die du noch gar nicht auf dem Schirm hattest.

Wenn du dir unsicher bist, welcher Weg zu dir passt, schaue dich gern auf diesem Blog um – und trag dich in meinen Newsletter ein, damit du keinen neuen Artikel verpasst. Und zuletzt: Dir gefallen meine Inhalte, aber du hast keine Lust, jeden Blogartikel einzeln zu durchforsten? Dann schau dir mal mein Buch an – hier findest du alle Infos gebündelt.

FAQ: Häufige Fragen zum Fernstudium Psychologie an der Fernuni Hagen

Gibt es einen NC fürs Psychologiestudium an der Fernuni Hagen?

Nein. Die Fernuni Hagen hat keinen Numerus Clausus (NC) für den B.Sc. Psychologie. Du kannst dich einschreiben, solange du die Hochschulzugangsberechtigung erfüllst. Das Online-Self-Assessment vor der Immatrikulation ist kein Zulassungstest und hat keinen Einfluss auf die Platzvergabe.

Kann ich mit dem Abschluss der Fernuni Hagen die Approbation als Psychotherapeut*in erlangen?

Nein. Seit der Psychotherapie-Reform (PsychThG) vom 01.09.2020 ist für die Approbation ein polyvalentes Bachelorstudium mit klinischen Modulen Pflicht. Der B.Sc. Psychologie der Fernuni Hagen enthält keine klinischen Module und erfüllt diese Anforderung nicht. Die Fernuni rät selbst ausdrücklich davon ab, mit dem Berufsziel Psychotherapeut*in dort zu studieren. Mehr Informationen findest du beim BDP (Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen).

Was kostet das Psychologiestudium an der Fernuni Hagen?

Als staatliche Universität des Landes NRW ist die Fernuni deutlich günstiger als private Fernhochschulen. Du zahlst Einschreibungs- und Rückmeldegebühren sowie modulbezogene Lehrgebühren nach ECTS-Punkten. Die aktuellen Zahlen bitte direkt auf der Website der Fernuni Hagen prüfen, da sich die Beiträge ändern können.

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