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Master Psychologie nach dem Fernstudium: Welche Optionen hast du wirklich?

Ein Psychologiestudium (auch wenn es erstmal „nur“ der Bachelor ist) im Fernstudium neben dem Beruf abzuschließen, ist nicht ohne. Du wirst vermutlich einiges dafür tun müssen, um das Studium letztendlich erfolgreich durchzuziehen. Hobbies, Freizeit und Me-Time werden möglicherweise phasenweise oder sogar jahrelang hintenangestellt. Wenn du die passenden Lernstrategien hast, kannst du möglicherweise deine Effektivität steigern. Dennoch ist es umso wichtiger, bei all dem Einsatz den du zeigst, dass du dich frühzeitig mit der Frage beschäftigst, wie es nach dem Bachelor überhaupt weitergeht.

Viele Studierende fragen sich auch, ob ihr Fernstudiums-Abschluss überhaupt gleichwertig mit einem staatlichen Abschluss in Präsenz ist und ob Arbeitgeber sie mit einem solchen Abschluss ernst nehmen werden. Vielleicht bist du auch mit deinem Bachelor zufrieden und planst, danach direkt ins Berufsleben einzusteigen. Wenn du aber weiterstudieren möchtest – dann bleib auf jeden Fall dran.

In diesem Artikel erkläre ich dir, wie es mit dem Master weitergehen kann, wenn du deinen Bachelor an einer Fernuni (oder Hochschule) gemacht hast.

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Erstmal die kurte Antwort: Es kommt darauf an

Ob du nach deinem Fernstudiums-Bachelor einen Master machen kannst, und welchen, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Bei welcher Hochschule hast du deinen Bachelor gemacht?
  • Welchen Abschluss hast du – B.Sc. oder B.A.? Universität oder Fachhochschule?
  • Was willst du mit dem Master erreichen?
  • Wie viel Zeit und Geld kannst du investieren?

Die Antworten, die du auf diese Fragen gibst, entscheiden darüber, welche Türen für dich offen stehen und welche nicht. Deshalb gehe ich sie hier Schritt für Schritt durch.


Was dein Bachelor-Abschluss wirklich bedeutet

Bevor wir über Master-Optionen reden, müssen wir kurz über den Bachelor selbst sprechen. Denn nicht jeder Psychologie-Bachelor ist gleich – und das hat Konsequenzen.

FernUni Hagen: Universitätsabschluss mit akademischem Gewicht

Wer an der FernUni Hagen studiert, verlässt die Hochschule mit einem echten Universitätsabschluss. Die FernUni ist die einzige staatliche Fernuniversität Deutschlands. Ihr B.Sc. öffnet grundsätzlich auch die Tür zu konsekutiven Masterstudiengängen an staatlichen Universitäten.

Der Haken: Der Psychologie-Bachelor der FernUni Hagen ist nicht approbationskonform. Das bedeutet: Er erfüllt nicht die Voraussetzungen, um danach einen Master anzuschließen, der zur Approbation als Psychologische:r Psychotherapeut:in führt. Wer diesen Weg gehen möchte, steht vor einer schwierigen Entscheidung. ABER wenn du etwas Zeit mitbringst: Das soll sich tatsächlich ändern. Die Fernuni Hagen plant, einen polyvalenten Bachelor zum Wintersemester 28/29 anzubieten. Dieser würde dir dann die Türen für einen Master öffnen, mit dem du später auch Psychotherapeut:in werden kannst.

Private Fernhochschulen: Flexibel, aber mit Einschränkungen

Wer an einer privaten Fernhochschule wie der IU, der SRH oder der Hochschule Fresenius studiert, schließt mit einem Fachhochschulabschluss ab. Das klingt erstmal weniger bedeutsam, als es ist: Viele Masterstudiengänge – auch an renommierten Hochschulen – sind für FH-Absolventen zugänglich.

Was du aber wissen musst: Der Zugang zu konsekutiven Masterstudiengängen an staatlichen Universitäten ist für FH-Absolventen oft eingeschränkt. Nicht unmöglich, aber komplizierter. Und für eine Promotion brauchst du in der Regel einen Universitätsabschluss.

Mein Rat: Schau dir jetzt schon an, welche Master-Zugangsbedingungen dein Wunschprogramm hat. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Weil es vielleicht Dinge gibt, die du in deinem Bachelor noch beeinflussen kannst. Ich habe zum Beispiel damals innerhalb des Bachelor die Universität und die Studienordnung gewechselt. Ich habe an der Fernuni Hagen angefangen und bin dann, wegen des fehlenden klinischen Moduls, an eine Präsenzuni in meiner Stadt gewechselt. Hätte ich das nicht gemacht, würde mir heute mein angestrebter Berufsabschluss nicht offenstehen.


Die wichtigste Frage zuerst: Was willst du mit dem Master?

Ich merke in Gesprächen mit anderen Fernstudierenden, dass viele diesen Schritt überspringen. Sie recherchieren Master-Programme, schauen auf Preise und Laufzeiten – aber haben noch nicht klar für sich beantwortet, wozu der Master eigentlich dienen soll.

Das ist jedoch eine sehr praktische Frage und keine Lappalie, weil die Antwort bestimmt, welcher Master für dich überhaupt sinnvoll ist.

Ziel 1: Approbation als Psychologische:r Psychotherapeut:in

Das ist der Weg, den viele im Kopf haben, wenn sie Psychologie studieren. Und es ist der anspruchsvollste – nicht wegen des Masters selbst, sondern wegen der Voraussetzungen.

Seit der Psychotherapiereform 2020 gibt es zwei Wege zur Approbation. Den alten Weg (Bachelor + Master + Ausbildung) und den neuen direkten Weg (Direktstudium Psychotherapie an bestimmten Hochschulen). Für Fernstudierende ist der neue direkte Weg in der Regel nicht zugänglich. Der alte Weg ist es theoretisch – aber nur, wenn dein Bachelor die richtigen Voraussetzungen erfüllt.

Konkret: Du brauchst einen approbationskonformen Bachelor mit klinischer Psychologie als Prüfungsfach und dann einen konsekutiven Master, der ebenfalls die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Welche das genau sind, hängt vom Bundesland ab und ändert sich gerade noch. Ich sage das nicht, um dich zu entmutigen. Ich sage es, weil du es wissen musst – und weil du es direkt bei der Psychotherapeutenkammer deines Bundeslandes prüfen solltest, nicht beim Marketingteam einer Hochschule.

Ziel 2: Karriere in der Wirtschaft, HR oder im Coaching

Wenn du keine Approbation anstrebst, sondern in Richtung Personalentwicklung, Organisationspsychologie, Coaching oder Unternehmensberatung willst, sehen die Master-Optionen deutlich entspannter aus.

Hier gibt es eine breite Palette an Programmen – von der IU über die SRH bis hin zu spezialisierten Hochschulen. Viele davon sind vollständig im Fernstudium oder berufsbegleitend absolvierbar. Und hier zählt weniger, ob du von einer Universität oder einer Fachhochschule kommst – sondern was du mitbringst und wo du hinwillst.

Ziel 3: Forschung und Wissenschaft

Wenn dich die Wissenschaft reizt – Forschung, Hochschule, irgendwann vielleicht eine Promotion – dann brauchst du einen Universitätsabschluss. Sowohl im Bachelor als auch im Master. Ein Fachhochschulabschluss öffnet diese Tür in der Regel nicht.

Für Fernstudierende bedeutet das: Wenn Forschung dein Ziel ist, ist die FernUni Hagen die naheliegende Wahl für den Bachelor – und danach musst du an eine Universität für den Master.


Master-Optionen nach dem Fernstudium: Überblick

Option 1: Konsekutiver Master an einer Präsenzuniversität

Klingt erstmal nicht nach dem offensichtlichen nächsten Schritt nach einem Fernstudium. Aber für manche ist es der richtige – zum Beispiel dann, wenn du nach dem Bachelor mehr Struktur, persönlichen Austausch und akademische Tiefe suchst. Vielleicht haben sich auch deine Lebensumstände geändert, weil z.B. deine Kinder nun in die Kita / Schule gehen und du mehr Präsenzveranstaltungen möglich machen kannst.

Die meisten staatlichen Universitäten haben eigene Zulassungsvoraussetzungen. Manchmal reicht der FernUni-Bachelor nicht direkt aus oder du musst bestimmte Module nachweisen. Manche Universitäten führen Aufnahmetests durch. Und der NC für beliebte klinische Masterstudiengänge ist hart – zwischen 1,0 und 1,3 im Bachelor ist keine Seltenheit.

Was du prüfen solltest: Werden Fernuni-Abschlüsse vom jeweiligen Programm als äquivalent zu Präsenzuni-Abschlüssen anerkannt? Das ist nicht überall selbstverständlich. Am sichersten: direkt beim Prüfungsamt der Wunsch-Uni anfragen.

Option 2: Fernstudium Master – weiter wie bisher

Wenn das Fernstudium für dich gut funktioniert hat, ist ein Master im Fernstudium der naheliegende nächste Schritt.

Die gute Nachricht: Das Angebot wächst. Die IU, die SRH, die Hochschule Fresenius und andere Anbieter haben mittlerweile verschiedene Psychologie-Masterstudiengänge im Programm (hier gibt es einen Überblick über die wichtigsten Fernuniversitäten und Hochschulen). Schwerpunkte reichen von Klinischer Psychologie über Wirtschaftspsychologie bis hin zu Coaching und Beratung.

Die wichtige Frage dabei: Ist der jeweilige Master akkreditiert? Und wird er von potenziellen Arbeitgebern anerkannt? Für die meisten Karrierewege in der Wirtschaft: ja. Für die Approbation: individuell prüfen.

Mein ehrlicher Eindruck: Wer berufsbegleitend einen Master machen möchte und nicht auf die Approbation angewiesen ist, hat hier gute Optionen. Wer die Approbation anstrebt, muss deutlich sorgfältiger prüfen.

Option 3: Weiterbildungsmasterstudium

Das ist eine Option, über die kaum jemand spricht – obwohl sie für viele Berufstätige gut passt.

Weiterbildungsmaster sind nicht konsekutiv – das heißt, sie setzen keine direkte Verbindung zum Bachelor-Fach voraus. Stattdessen bauen sie auf Berufserfahrung auf. Sie sind teurer als reguläre Masterstudiengänge, aber oft flexibel gestaltet und auf Berufstätige ausgerichtet.

Wenn du zum Beispiel bereits in der HR arbeitest und einen psychologischen Master für deine Führungskarriere möchtest, kann ein Weiterbildungsmaster in Organisations- oder Wirtschaftspsychologie sehr sinnvoll sein – auch wenn dein Bachelor in einem anderen Fach liegt.

Option 4: Gar kein Master – und das ist auch okay

Für viele Berufsziele reicht ein Bachelor in Psychologie vollkommen aus – kombiniert mit gezielten Zusatzqualifikationen, Zertifikaten oder Weiterbildungen. Wer im Coaching arbeiten, in der HR Karriere machen oder im Gesundheitsmanagement tätig sein möchte, braucht nicht zwingend einen Master. Manchmal ist die Zeit und das Geld, die in einen Master fließen würden, in spezifischen Weiterbildungen besser investiert.


Was du jetzt schon tun kannst – auch wenn du noch im Bachelor bist

Dein Ziel definieren. Wirklich konkret. Nicht „irgendwas mit Psychologie“, sondern: Approbation? Karriere in der Wirtschaft? Forschung? Das bestimmt alles andere.

Die Zulassungsbedingungen deines Wunsch-Masters prüfen. Jetzt. Weil manche Master bestimmte Module oder Leistungsnachweise aus dem Bachelor verlangen. Wenn du das früh weißt, kannst du im Bachelor gezielt darauf hinarbeiten.

Deine Note im Blick behalten. Ich weiß, das klingt banal. Aber gerade für zulassungsbeschränkte klinische Masterstudiengänge ist die Bachelor-Note ein entscheidender Faktor. Kein Grund zur Panik – aber ein Grund zur Aufmerksamkeit.

Direkt anfragen, nicht googeln. Für alles rund um Approbation und Anerkennung von Fernstudiums-Abschlüssen gilt: Die einzige verlässliche Quelle ist die Institution selbst – die Hochschule oder die Psychotherapeutenkammer. Nicht Vergleichsportale, nicht Foren, nicht gut gemeinte Ratschläge aus zweiter Hand.


Was ich dir mitgeben möchte

Wenn du diesen Artikel bis hierhin gelesen hast, dann weißt du jetzt: Die Frage „Was kommt nach dem Bachelor?“ hat keine einfache Universalantwort. Sie hat deine Antwort – abhängig davon, was du willst, wo du gerade stehst und was du bereit bist, dafür zu investieren.

Das kann sich überwältigend anfühlen. Besonders wenn man schon alle Energie ins laufende Studium steckt.

Aber hier ist, was ich nach einigen Jahren in diesem Fernstudiums-Alltag gelernt habe: Die Menschen, die am meisten bereuen, sind nicht die, die einen schwierigen Weg genommen haben. Es sind die, die einen Weg gegangen sind, ohne ihn wirklich zu verstehen.

Also: Versteh deinen Weg. Stell die unbequemen Fragen. Und dann geh ihn.

PS: Wenn du noch unsicher bist, wie es beruflich für dich weitergehen soll, dann kann ich dir dieses Buch hier empfehlen (Affiliate-Link): Psychologie in Studium und Beruf: Welche Berufsfelder es zu entdecken gibt und was für eine erfüllte Karriere wichtig ist. Mir hat das Buch noch einmal sehr geholfen, um einen Überblick zu bekommen über alles, was es so gibt.


Hast du Fragen zu Master-Optionen, die ich hier nicht beantwortet habe? Schreib sie in die Kommentare – ich lese alles.

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